Was tun bei Wassereinbruch im Boot Teil 1

Beim Segeln kann man wunderschöne Momente genießen. Leider gehören auch die weniger schönen Momente zum Segeln dazu. Zu eben diesen gehört unbestritten ein Wassereinbruch im Boot. Auf meinem letzten Segeltörn hatte ich genau so eine Situation. Das ich hier noch schreiben kann ist der Beweis, dass gut aus der Sache herausgekommen sind. Ich möchte euch heute ein paar Tipps, die euch in einer ähnlichen Situation auch helfen können.

 

Die wichtigsten Tests

Geschwindigkeit

Für mich war die erste Frage, wie schnell der Wasserstand in der Bilge steigt. Glücklicherweise war ein Anstieg optisch nicht wahrnehmbar. Wenn das Wasser den Weg zur elektrischen Bilgenpumpe gefunden hatte, wurde es problemlos befördert.

Falls das Wasser im Boot sehr schnell ansteigt, sollte sofort die Evakuierung vorbereitet werden. Das heißt Seenotsignale, EPIRB, SART, Trinkwasser etc. nach draußen ins Cockpit.
Die manuelle Bilgenpumpe sollte zur Unterstützung mit eingesetzt werden. Die Förderleistung reicht bei einem massiven Wassereinbruch aber wahrscheinlich nicht aus. Eine manuelle Standardbilgenpumpe schafft etwa ca. 0,5 l pro Hub.
In unserem Fall sind pro Stunde etwa 80 l Wasser in die Bilge gelangt. Das klingt erstmal nicht so viel, sieht aber ziemlich viel aus.

 

Lenzbrunnen der Bilgenpumpe

 

Typ des Wassers

An Bord gibt es 3 unterschiedliche Arten von Wasser: Salzwasser, Süßwasser und Schmutzwasser. Schmutzwasser lässt sich sowohl am Geruch als auch an der Farbe schnell identifizieren. Ich selbst habe einmal unsere Aufwaschwasser inkl. alter Spaghetti in der Bilge gefunden. Schmutzwasser in der Bilge ist höchst unerfreulich aber keine Gefahr für das Schiff.
Sollte das Wasser klar sein, dann empfehle ich die Geschmacksprobe. Sollte es sich um Süßwasser handeln, gibt es irgendwo ein Leck in der internen Trinkwasserversorgung. In dem Falle würde ich erstmal die elektrische Wasserpumpe abschalten. Sollte das nicht helfen, sind die Wassertanks irgendwann ausgelaufen und kein neues Wasser kommt hinzu. Der Befund „Süßwasser“ ist also auch weniger schlimm.

In unserem Fall schmeckte das Wasser aber salzig. Salzwasser ist eindeutig der Worst-Case. Es gibt nämlich unzählige Stellen,  an denen das Wasser eindringen könnte. Die üblichen Verdächtigen sind Borddurchlässe und Schläuche.

 

Wassertemperatur

Einen Hinweis auf das Leck kann auch die Wassertemperatur liefern. Einige Aggregate an Bord verwenden das Meerwasser zur Kühlung. Dazu gehören Motor, Generator und bei manchen Modellen auch der Kühlschrank. Warmes Wasser deutet auf einen Kühlkreislauf hin.
Generell empfehle ich bis auf Motor und Bilgenpumpe erstmal abzuschalten.

 

Fazit

Der Befund „Salzwasser in der Bilge“ ist ein erheblicher Stressfaktor für Crew und Skipper. Bei uns hat das Krisenmanagement sehr gut funktioniert, alle Crewmitglieder haben ruhig und konzentriert an der Lösung des Problems mitgearbeitet.
Es sollte damit gerechnet werden, dass sich der Wassereinbruch verschlimmert. Eine leckende Schlauchverbindung könnte beispielsweise ganz abrutschen. Aus diesem Grund würde ich Rettungswesten, Seenotsignale etc. auch bei geringem Wassereinbruch ins Cockpit bringen. Das ist die Erkenntnis, die ich von meinem letzten Törn mitgenommen habe.

 

Im Teil 2 gehe ich näher auf die Lokalisierung des Lecks ein.

 

Jollen Slipwagen Auflage

Meine Ixylon Jolle hat einen Landliegeplatz. Das bedeutet, dass das Boot auf einem Slipwagen steht. Ins Wasser geht es dann über eine Sliprampe. Das ist quasi eine befestigte Schräge, die genau für diesen Zweck angelegt wurde.  Ab einer bestimmten Wassertiefe schwimmt das Boot auf und ich kann den Wagen unter der Jolle herausziehen. Nach dem Segelspaß läuft der Vorgang umgekehrt ab.
Original hatte mein Slipwagen einen sehr dicken Gummi als Auflage. Leider war dieser Gummi schlecht befestigt und ist während der letzten Saison verloren gegangen. Auch die Sperrholzplatte hatte stark gelitten. Der Slipwagen war deshalb eins meiner wichtigsten Winterlager-Projekte.

 

 

Das Holz

Ausgangssituation

Als ich den Slipwagen demontierte, war ich im negativen Sinne überrascht. Besonders im unteren Bereich war das Holz angegriffen und regelrecht verschimmelt. Das Holz befindet sich an dieser Stelle in einer U-förmigen Führung aus Metall. Dieser Bereich trocknet deshalb sehr schlecht.

 

 

 

 

Abschleifen

Mit Schleifpapier habe ich das Holz in Handarbeit abgeschliffen. Das angegriffene Holz war zum Glück nur oberflächlich und erstrahlte danach wieder.
An mehreren Stellen gab es tiefe Risse im Sperrholz. Diese habe ich mit einem 2k Holzspachtel aufgefüllt, den ich bereits für die Reparatur der Ixylon Schwerter benutzt habe.

 

 

 

 

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Sicherheitseinweisung auf der Jolle

Auf meiner Ixylon Jolle habe ich sehr oft Gäste. Viele dieser Leute waren vorher noch nie auf einem Segelboot. Vor Fahrtantritt gibt es von mir immer eine kleine Einweisung. Ich erkläre dabei das Boot und verschiedene Situationen die eintreten könnten.
Warum ich das mache? Meine Crew fühlt sich dadurch sicherer und kann mich bei der Bootsführung besser unterstützen. Ich bin für das Wohl der Menschen an Bord verantwortlich. Es wäre schade, wenn sich aus Unwissenheit jemand verletzt oder unwohl fühlt.
Ungefähr 10 min dauert diese kleine Einweisung bei mir.

 

Hier meine kleine Sicherheitseinweisung

Der Aufbau

 

 

„Das Boot hat zwei Segel. Das größere ist das Großsegel. Vorne befindet sich die Fock. Das lange Metallrohr ist der Mast. Das kleinere Rohr ist der Baum. In den Seiten befinden sich die Schwerter.“

 

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Temporäre Segel Reparatur

Die Segel meiner Ixylon Jolle

Ein altes Boot mit alten Segeln

Meine Ixylon Jolle hatte ich als Gebrauchtboot gekauft. Zum Angebot gehörte auch ein Satz Segel. Mehrere kleine Löcher und Verwitterungs-spuren deuteten bereits das baldige Lebensende an. Die Nähte wurden (wahrscheinlich in Heimarbeit) mit einer Nähmaschine nachgezogen. Auf der Fock wurden einige Flicken aufgenäht.
Es handelt sich übrigens noch um die DDR Originalsegel von 1986 (mit Stempel). So eine lange Lebensdauer ist schon erstaunlich und lässt sich wahrscheinlich durch das sehr dicke Tuch erklären.

 

Es kam wie es kommen musste

Ich war oft auf dem Wasser und hatte auch bei viel Wind meinen Spaß. Nach kurzer Zeit bildete sich ein langer Riss am Achterliek. Das morsche Tuch der Fock konnte mit den Belastungen einfach nicht mehr mithalten. Meine Vermutung ist, dass die Fock über längere Zeit angeschlagen und Wind + Wetter ausgesetzt war. Auch bei uns am See sehe ich viele Eigner, die das so machen. Bei der Jolle ist es nur ein Handgriff die Fock runter zu nehmen. Bitte lasst die nicht draußen angeschlagen!

Das Großsegel sah zwar auch aus wie ein alter Müllsack, hielt aber immerhin stand. Theoretisch hätte ich mir einfach einen neuen Satz Segel kaufen können. Der schlägt bei einer Ixylon aber mit ungefähr 800€ ins Kontor. Und eben jenes Kontor war bereits durch den Bootskauf schwer in Mitleidenschaft gezogen worden.

Die Notreparatur meiner Segel

Das Material

Es blieb mir deshalb nur die Option, die Fock einer Notreparatur zu unterziehen. Für diesen Zweck kaufte ich mir im örtlichen Baumarkt ein Spinnaker Reparaturband. Als Farbe gab es leider nur ein leuchtendes Grün, egal soll ja nicht für die Ewigkeit sein. Das Band besteht aus einem sehr reißfestem Gewebe und bringt bereits eine Klebeschicht mit. Des Weiteren besorgte ich mir noch einen Segelmacherhandschuh, Nadeln und passendes Garn. Der Segelmacherhandschuh hat eine geriffelte Metallplatte, um die Nadel durch festes Material zu drücken. Ein Fingerhut reicht nicht aus.

 

Spinnakertape

 

 

 

Segelmacherhandschuh

Die Durchführung der Reparatur

Bei der Durchführung der Reparatur war eine zweite Person sehr hilfreich. Diese spannte das Segel mit den Händen faltenfrei auf. Das Reparaturband ließ sich ohne Probleme kleben. Auch von Hinten überklebte ich den Schaden großzügig. Meine Befürchtung war, dass sich das Tape wieder vom Segel löst. Besonders bei killenden Segeln (die sich leider nicht ganz vermeiden lassen), treten hohe Belastungen auf. Mit Nadel und Faden sorgte ich deshalb noch für eine zusätzliche Fixierung. Laut meinen eigenen Recherchen ist für sowas der Zickzack Stich geeignet. Den habe ich mir Youtube selbst beigebracht.

 

 

 

 

Segelnadeln, die ganz große habe ich übrigens noch nie benutzt

 

 

die Segel Reparaturstelle von vorne

 

 

Rückseite der Reparatur

 

 

Fazit

 

Das Provisorium hält jetzt schon fast 2 Jahre. Ich bin selbst etwas überrascht davon. Die Reparatur würde ich genauso wieder machen. Ich möchte anmerken, dass man Schäden an den Segeln im Normalfall durch einen Segelmacher reparieren lässt. Es kann sonst schnell passieren, dass man sich die Segel durch eine solche Flickerei weiter beschädigt. In meinem Falle wäre das eine unnötige Investition gewesen. Ich konnte einiges bei der Reparatur lernen. Der Ersatz für die DDR Segel ist bereits organisiert…

Boot Düsseldorf 2017: Nautitech Open 46

Der Nautitech Open 46 auf der Boot Düsseldorf

Die Bavaria Yachtbau GmbH ist vor allem für die Serienproduktion von Einrumpfyachten bekannt. 2014 hat die Werft aus Giebelstadt den französischen Hersteller „Nautitech Catamarans“ übernommen. Damit ist Bavaria in den Katamaran Markt eingestiegen, der in den letzten Jahren gewachsen ist. Die Katamarane tragen das offizielle Bavaria Logo. Nur durch den Namen wird der Bezug zu Nautitech hergestellt. Auf der BOOT in Düsseldorf wurden die Katamarane an einem eigenen Stand gezeigt.
Der Nautitech Open 46 liegt von der Größe her genau in der Mitte der Katamaran Produktlinie von Bavaria. Im Jahre 2016 wurde die Open 46  offiziell vorgestellt.

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Törnbericht: Mit der SY-Marlin im Februar auf der Ostsee

Warum sollte man Anfang Februar auf der Ostsee segeln?

 

„Du spinnst doch! Das ist super kalt.“. Das war die vorherrschende Meinung von Freunden und Familie zu meinem geplanten Segeltörn.
Im Winter auf Ostsee ist in der Tat ein ungewöhnliches Törnziel. Genauer gesagt die Flensburger Förde.

Organisiert wurde der Törn von Skipper Michael Wnuk. Er hat mehrere Jahre auf Langfahrt verbracht und darüber mehrere Bücher geschrieben. Auf seiner Website bloggt er regelmäßig. Sein Boot ist die Marlin, eine 18 m lange Expeditionsyacht aus Aluminium.

Als Co-Skipperin war Nike von Whitespotpirates mit dabei. Sie erkundet mit ihrem Segelboot „Karl“ die Karibik und filmt dabei kräftig mit. Durch ihren Youtube-Kanal gehört Nike zu den bekanntesten Segelbloggern Deutschlands. Ich selbst bin damals über die Video-Empfehlungen auf Youtube auf Sie aufmerksam geworden. Ein großer Zufall eigentlich, dass Nike nicht auf ihrem Boot, sondern im kalten Deutschland ist. Der Grund ist, dass Sie für einen neuen Dieselmotor für ihren Karl spart.

Die interessanten Menschen, das besondere Schiff und die Möglichkeit quasi mitten im Winter segeln zu gehen, haben mich überzeugt. Der Törn war außerdem für 3 Tage angesetzt, so dass sich die Belastung meiner Urlaubstage und meiner Urlaubskasse in Grenzen hielt.

Nach Flensburg ist es von Leipzig ein ganzes Stück. Ich musste deshalb in den saueren Apfel beißen und bereits um 3:30 mein Bett verlassen. Die ICE Fahrt verlief angenehm unspektakulär.
In Flensburg angekommen steuerte ich zu Fuß mit Kurs Nord den Hafen an. Meine Bedenken, dass ich das Boot erst langwierig suchen muss, erwiesen sich als gänzlich unbegründet. Die Marlin kann man einfach nicht übersehen. Der rote Rumpf konnte sich sogar gegen den Flensburger Nebel gut behaupten. Groß ist die Marlin, sogar verdammt groß.

 

 

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Hanseboot 2016, Boot Düsseldorf 2017 und BOOT & FUN im Vergleich

Einleitung zu den Bootsmessen

In der Messe-Saison 2016/2017 war ich sehr aktiv. Los ging es im Oktober 2016 mit der Hanseboot in Hamburg. Kurz darauf folgte noch die Boot & Fun in Berlin. Die Boot in Düsseldorf fand Ende Januar 2017 statt. Was in meiner Liste fehlt, ist die INTERBOOT in Friedrichshafen. Der Weg ist von Leipzig weit und die zeitliche Nähe zur Hanseboot groß.
Ich möchte in diesem Artikel einen kleinen Vergleich zwischen diesen Bootsmessen ziehen.

 

 

Die Hanseboot 2016

Die Bootsmesse in Hamburg hat seit einigen Jahren rückläufige Zahlen. Mehrere namenhafte Werften wie Bavaria oder HR haben sich deshalb komplett von dieser Messe zurückgezogen. Da ich vorher einige Kommentare in dieser Richtung gelesen hatte, war meine eigene Erwartungshaltung zurückhaltend.  Überrascht wurde ich dann von einer angenehm frischen Messe. Zu diesem Eindruck trugen auch die zahlreichen Sitzmöglichkeiten mit fairen Getränkepreisen bei. Bis auf die Oyster 825 waren alle Boote ohne Voranmeldung zu besichtigen. Das Messegelände der Hanseboot ist modern und übersichtlich.

 

 

Die Boot & Fun 2016

 

Die Boot & Fun in Berlin richtet sich besonders an Motorbootfahrer. Die Hallenfläche der Segelboote fiel im Vergleich mit nur einer Halle gering aus. Das Messegelände wirkt chaotisch und es fiel mir schwer die Orientierung zu behalten. Teilweise werden Hallennummern doppelt vergeben und mit einem Buchstaben versehen. Schön fand ich die vielen Klassenvereinigungen. Man konnte dort ein lockeres Gespräch mit den Seglern führen.

 

 

Boot Düsseldorf 2017

 

Auf der Boot in Düsseldorf waren alle großen Bootshersteller vertreten. Die Anzahl der Hallen ist überwältigend. Ich habe mich nur im Bereich Segelboote und Zubehör umgesehen und konnte selbst dort in 2 Tagen nur einen groben Überblick erlangen. Unangenehm waren die hohen Kosten für Gastronomie und fehlende Sitzmöglichkeiten. Laut einem Leser waren auch die WLAN Kosten sehr hoch. Schön fand ich die Möglichkeit Segelyachten >55 Fuß zu besuchen. Für diese Schiffe ist aber ausnahmslos ein Besichtigungstermin erforderlich.

 

 

Mein Fazit

 

Die Boot in Düsseldorf punktet mit vielen Herstellern und großen Booten. Diese Messe wirkte aufgrund fehlender und überteuerter Rückzugmöglichkeiten recht unpersönlich auf mich.
Die Boot & Fun in Berlin richtet sich eher an Hausboot- und Motorbootbesitzer. Gefühlt bin ich dort nicht in der Zielgruppe.
Der Sieger der Herzen ist für mich klar die Hanseboot in Hamburg. Dort habe ich mich am Wohlsten gefühlt.

 

Was habe ich daraus gelernt?

Die Hanseboot und die Boot werde ich auch nächste Saison wieder besuchen. Aufgrund der Größe und Relevanz sind das für mich quasi Pflichtveranstaltungen. Die Messen liegen auch zeitlich weit auseinander und ergänzen sich gut.
Die Boot & Fun werde ich nächste Saison wohl auslassen.

 

 

Links

 

Messebericht Hanseboot 2016

Messebericht Boot & Fun 2016

Messebericht Boot Düsseldorf 2017

Boot Düsseldorf 2017: Hanse 675

Die Hanse 675 auf der Boot Düsseldorf

 

Auf der BOOT in Düsseldorf gab es riesige Anzahl unterschiedlichster Segelboote. Ich musste deshalb die schwere Entscheidung treffen, welche Boote ich in meiner limitierten Zeit besuche. Eines der Boote, die mich in ihren Bann gezogen haben, war die Hanse 675. Vielleicht aufgrund der Größe, vielleicht auch wegen des modernen Aussehens. Ich wusste nur: „WOW, da musst du rein.“

HanseYachts zählt zu den ganz großen Herstellern der Branche. Die Hauptfertigung der Werft befindet sich in Greifswald. Auch die Marken Hanse, Dehler, Moody and Varianta gehören mittlerweile zur HanseGroup.

 

 

Die Technischen Daten der Hanse 675

 

Länge: 19,2 m
Mast: 27 m
Gewicht: 34,5 Tonnen (Standard Kiel)
Kiel Ballast: 11 Tonnen (Standard Kiel)
Maschine: 150 PS

Großsegel: 132 m²
Gennaker: 280 m²
Genua: 165 m²
Selbstwendefock: 100 m²
Wassertank: 980 l
Dieseltank: 1.100 l

 

Ich selbst bin an Kielboote der Größe 30 bis 44 Fuß gewöhnt. Jede dieser Zahlen hat deshalb etwas sehr Beeindruckendes für mich. Allein der Kiel Ballast der Hanse 675 übersteigt das Gesamtgewicht einer 40 Fuß Serienyacht um 2,5 Tonnen!

 

 

 

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Eine Woche Urlaubstörn im Ionischen Meer – Mein erster Segeltörn als Skipper

Vorgeschichte

Törnplanung

Im Jahr 2015 fühlte ich mich soweit, das erste Mal als Skipper einen Urlaubstörn zu fahren. Hinter mir lagen bereits 3 Segeltörns. In der Tasche hatte ich die Scheine SBF-See, SKS, SRC und FKN. Die Motivation für diese Prüfungen war für mich immer, dass ich damit selber als Skipper fahren kann. Frühzeitig hatte ich mit den Planungen für meinen ersten eigenen Törn begonnen. Nach vielen Gesprächen mit Freunden und Bekannten kristallisierte sich ein harter Kern von 3 Personen heraus. Mit dabei meine Schwester Laura und mein Schwager Maik. Mein Schwager legte kurz vor dem Törn noch die Prüfung zum SBF-See ab, um mich als Co-Skipper besser unterstützen zu können. Mir hat das sehr geholfen eine zweite Person mit Qualifikation an Bord zu haben.

 

Die Revierentscheidung fiel auf den griechischen Teil des Ionischen Meers. Ich wollte für den ersten Törn ein relativ einfaches Revier ohne starke Winde, Gezeiten und komplizierte Ansteuerungen. Sollte doch eine schlecht Wetterfront vorbeikommen, kann man sich durch die vielen Inseln in einer Bucht verstecken. Der Hafen Lefkas in Griechenland ist ein beliebter Charterstützpunkt. Mit Flug zum Flughafen Preveza und einem Taxi Shuttle ist er relativ gut erreichbar.
Wir haben uns nicht für die Sunsail oder Sail Ionian sondern den Vercharterer IYC entschieden. IYC hat in den vergangenen Jahren auch im Charterrating der Yacht gut abgeschnitten. Das Schiff sollte eine Bavaria 32 werden. Finanziell bezahlbar und erstmal klein anfangen.

Crewausfall 4 Tage vor Törnbeginn

Endlich war der September ran und die ganze Crew freute sich darauf, dass der Törn jetzt endlich losgeht. Weniger als eine Woche vor Abflug erreichte mich dann die Nachricht, dass ein Crewmitglied gesundheitsbedingt ausfällt. Das war ein ziemlicher Schreck und für alle eine große Enttäuschung. Es ging nicht nur um die fehlenden Hände bei Manövern sondern auch darum, dass man mit einer größeren Crew mehr Spaß hat.
Meiner Schwester gelang es dann last Minute noch eine Freudin als Mitseglerin zu rekrutieren. Hat einige Nerven gekostet, ist aber gerade noch mal gut gegangen.

 

 

 Erster Tag: Ab nach Ormos vlikho

 

Wir kamen am Vormittag in Lefkas an und mussten noch eine ganze Weile auf unser Charterschiff warten. Dort wurde noch repariert und geputzt. Wir vertrieben uns deshalb die Zeit in der Stadt. Für die Vorräte hatte wir bereits vorher eine Liste an den Vercharterer gesendet, damit die Einkäufe direkt ans Boot gebracht werden. Am späteren Nachmittag wurde uns die „Anemos“ übergeben. Durch das Verstauen von Lebensmitteln und Gepäck ging nochmal einiges an Zeit ins Land. Auch meine Sicherheitseinweisung brauchte viel Zeit. Man muss ja auch Bedenken, dass die anderen Crewmitglieder vorher noch nie auf so einem Segeltörn waren.

Endlich war alles fertig zum Auslaufen doch es war bereits 6 Uhr. Ist das eine gute Idee am ersten Tag so spät noch loszufahren? Vielleicht hätte ich anders entschieden, wenn unser Liegeplatz in Lefkas ein wenig einladender gewesen wäre. Er befand sich aber direkt an der Straße und auch Duschen/WCs waren ein ganzes Stück weg. Also Leinen los und raus. Als Ziel wählten wir den Naturhafen Ormos Vlikho in 9 sm Entfernung. In der Bucht ankerten wir mit mehreren anderen Segelbooten. Es war aber keineswegs überfüllt. Von verschiedenen Seiten habe ich gehört, dass man in Ormos Vlikho lieber nicht baden sollte. Nicht alle Boote haben einen Fäkalientank oder nutzen diesen. Diese Beobachtung kann ich aber nicht bestätigen, ich war trotzdem baden.

Als das Boot klar für die Nacht war, fiel einiges an Anspannung von mir ab. Es für mich unheimlich aufgeregend das erste Mal als Skipper zu fahren. Bei meinen Ausbildungstörns war immer ein Ausbildungsskipper in der Nähe. Bei den Manövern war dann meine mentale Stütze: „Wenn du jetzt irgendwas falsch machst, wird der Skipper schon irgendwie eingreifen und die Situation retten“. Dieses Mal war ich komplett auf mich allein gestellt. Meine Schwester meinte dann später, dass ich am ersten Tag auch etwas angespannt wirkte.

 

 

 

 

 

 

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Boot Düsseldorf 2017 – Mein Messebericht

Die Boot in Düsseldorf zählt zu den größten Bootsmessen weltweit. In den vergangenen Monaten hatte ich mir bereits die Hanseboot in Hamburg und die Boot & Fun in Berlin angeschaut.
Aufgrund der Größe und Bedeutung der Internationalen Bootsausstellung in Düsseldorf, zählte ein Besuch für mich dort zum Pflichtprogramm. Ich hatte Sonntag und Montag geplant um auch einen Tag mit weniger Besuchern zu erwischen.  Begleitet hat mich meine Freundin.

 

 

Das Gelände der Boot in Düsseldorf

 

Das Gelände der Boot besteht aus insgesamt 20 Hallen. Thematisch geht es darin nicht nur um Segeln, sondern auch um andere Wassersportarten. Also Tauchen, Surfen, Paddeln oder Motorbootfahren (ist das Sport?). In 3 der Hallen waren Segelboote ausgestellt, weitere 3 Hallen für Ausrüstung reserviert. Hauptsächlich habe ich mich in diesen 6 Hallen bewegt. In die anderen Themenbereiche maximal kurz hereingeschaut. Trotz dieser Eingrenzung. waren die 2 Tage zu schnell vorbei. Keine Zeit hatte ich zum Beispiel für die zahlreichen Vorträge und Workshops, die im Rahmen der Messe auch angeboten wurden.

 

 

 

 

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Produkttest: Win Design Regatta-Timer

Vor einem Jahr habe ich mir den Regatta-Timer von Win Design gekauft. Heute möchte ich euch dieses Produkt in meinem Segelblog genauer vorstellen.

 

Wie funktioniert ein Regatta Start überhaupt?

Bei einer Regatta kommt es darauf an, die Startlinie zur richtigen Zeit zu überqueren. Ist man zu spät dran, verliert man wichtige Zeit. Für einen Frühstart gibt es Strafen, die einen wiederum wertvolle Zeit kosten.
Damit ein guter Start gelingt, werden zu vorher festgelegten Zeitpunkten z.B. 5 min, 4 min und 1 min vor dem Start Signale gegeben. Die akustischen Signale erfolgen in der Regel in Form einer Hupe oder eines Schusses.

Im einfachsten Fall hat man eine Armbanduhr mit Stoppuhr oder mit Timer Funktion. Diese startet man mit dem Signal. Allerdings kommt es vor, dass man seinen persönlichen Countdown etwas zu spät anschaltet. Auf der Jolle habe ich als Steuermann in einer Hand die Großschot und in der anderen die Pinne, das verzögert die Aktivierung. Bei einer Armbanduhr kann außerdem nur eine Person den Countdown sehen. Ich finde die gesamte Crew sollte diese Information zur Verfügung haben um sich auf den Start vorzubereiten.

 

 

Der Regatta-Timer von Win Design

Gehäuse

Das Gehäuse ist aus gelbem Kunststoff und 8 * 7,5 cm groß. Vorne gibt es zwei Tasten, an der Rückseite einen kleinen Taster. Das 4-stellige LCD Display ist 6,5 * 3 cm groß. Der Timer ist übrigens wasserdicht.

 

 

 

 

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Teil2: Hilfe für angehende Rudergänger

Einleitung

Diese Artikelserie richtet sich an alle Einsteiger, die Segelboote als Rudergänger selber steuern möchten.
Ich möchte euch einige Tipps mitgeben damit ihr noch besser werdet.
Eingeflossen sind dabei sowohl meine eigenen Erfahrungen als auch Fehler die ich bei vielen Neulingen bemerkt habe.
Die Ratschläge sind sowohl auf Jollen als auch auf Dickschiffen (Kielbooten) anwendbar.
Ich empfehle den Teil 1 für angehende Rudergänger zuerst zu lesen

 

 

5 Tipps um ein Segelboot besser zu steuern

5. Wo ist Anluven und wo ist Abfallen?

Mein Segelehrer hat mir diese Eselsbrücke für ein Boot mit Pinnensteuerung damals beigebracht: „An- luven  Pinne wird an den Baum bewegt„. Ihr schaut also auf welcher Seite vom Boot der Baum gerade ist und bewegt eure Pinne auf genau diese Seite.

 

Bei Radsteuerung funktioniert das natürlich nicht. Ich habe mir dort einfach gemerkt, dass ich beim Anluven zum Wind steuere. Das ist immer die Seite, die frei von Segeln ist. Abfallen ist demzufolge, wenn ihr auf eure Segel zusteuert.

 

6. Hilfe was muss ich gerade tun? Anluven oder Abfallen?

Mir ist es als Segelanfänger öfters passiert, dass ich in manchen Situationen nicht genau wusste, ob jetzt anluven oder abfallen muss. Alles was ich wusste war, dass irgendetwas nicht stimmt.
Ich rate euch in solchen Fällen im Zweifelsfall Anzuluven. Das Schlimmste was da passieren kann ist, dass ihr eventuell eine ungewollte Wende fahrt.
Beim Abfallen hingegen könnt ihr eine Patenhalse fahren. Das ist für Mensch und Crew deutlich gefährlicher.

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Dragonfly 25 auf der Boot & Fun Berlin 2016

Vorwort Dragonfly 25

 

Auf der Boot & Fun 2016 in Berlin war in der Halle der Segelboote ein Trimaran vom Typ Dragonfly 25 ausgestellt. Dieses Boot zog durch sein Äußeres viele Besucher an, zu denen auch ich gehörte. Auf der Hanseboot 2016 hatte ich mir bereits den größeren Bruder, den Dragonfly 28 angeschaut. Ich empfehle diesen Artikel auch zu lesen, da die allgemeinen Informationen sowohl auf Dragonfly 25 als auch Dragonfly 28 zutreffen.
Statt vieler Fotos gibt es dieses Mal wieder ein Video für den besseren Raumeindruck.

 

Außenbereich

 

Auf den ersten Blick fiel mir sofort die sportliche Optik auf. Dieses Boot sieht sogar in der Halle einer Bootsmesse schnell aus. Der Mast und der Baum sind aus Karbon, die Membransegel kommen von Elvström.
Für die Selbstwendefock gibt es eine Rollanlage auf dem Vorschiff. Einige Meter davor befindet sich eine weitere Rollanlage für den Code Zero. Dieser Furler hat als Fußpunkt einen Baum, der auch aus Karbon gefertigt ist. Die seitlichen Ausleger des Trimarans lassen sich heranklappen. Das vereinfacht die Liegeplatzsuche und senkt die Preise im Hafen. Als Antrieb ist ein Außenbordmotor vorgesehen.

Verwundert hat mich beim ausgestellten Modell, dass die Winchen im Cockpit nicht selbstholend waren. Der Dragonfly 25 liegt in der Cruising Version laut Yacht.de bei ca. 93.000 €. Ich denke, dass ich mir das Upgrade auf selbstholende Winchen dann aus Komfortgründen auch noch gönnen würde.

 

 

 

 

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Auf Legerwall an der Sauna

Eins Seefahrt ist auch alleine lustig

Eines schönen Sommertages im Jahre 2015, verspürte ich das Verlangen Segeln zu gehen. Trotz meiner zahlreichen SMS und Telefonanrufe fand ich spontan keinen Mitsegler. Auf Segeln verzichten kam aber auch nicht in Frage. Ich entschied mich deshalb einfach einhand, also alleine fahre. Ist ja nur eine Ixylon Jolle, das schaffe ich doch locker!

Am Cospudener See in Leipzig herrschte mittlerer Wind aus nördlicher Richtung. Das Boot sicherte ich mit einer Leine am Steg und bereitete in Ruhe meine Fahrt vor. Ruder und Schwerter absenken und das Großsegel setzen.
Direkt neben der Slipanlage befindet sich das Gebäude der Sauna im See. Wie der Name schon sagt, ist die Sauna auf Pfählen im Wasser errichtet.

 

 

 

Um meinen temporären Liegeplatz zu verlassen, kam der Weg nach Steuerbord nicht in Frage. Das Wasser ist  dort flach und der Raum ist für Manöver zu klein.

 

 

 

Einhand ablegen

 

Ich begab mich auf das Vorschiff meiner Jolle und löste die Landleine. Eigentlich hätte ich dem Boot jetzt einen Stoß geben müssen, damit sich der Bug nach links und durch den Wind bewegt. Das unterließ ich aber.
Das Boot begann sich nach dem Lösen der Leine langsam rückwärts zu bewegen. Währenddessen kletterte ich zurück ins Cockpit und übernahm das Ruder meiner stolzen Yacht. Mein Boot aber bewegte sich mit zunehmender Geschwindigkeit mit Tendenz nach Steuerbord. Zur Erinnerung: Das ist die Richtung, die ich auf jeden Fall vermeiden wollte.

 

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Segel Buchrezension: Gewittersegeln

Einleitung Segeln an der Grenze

 

Starkwind und Gewitter zählen zu den  Grenzsituationen auf See. Wenn einen nur wenige Zentimeter Glasfaserverbund von der wütenden See trennen und links und rechts die Blitze einschlagen, kann auch ein Segler etwas nervös werden.
Ich selbst habe solche Situationen auf einem Kielboot noch nicht erlebt. Allerdings bin ich letztes Jahr mit meiner Jolle von einem Unwetter überrascht worden. In den Gewitterböen konnte ich das Boot nur mit Mühe vor dem Kentern bewahren.

Mehrere Bücher zum Thema Schwerwettersegeln habe ich bereits gelesen. Auch als Typ Urlaubstörn Segler kann man unvorhergesehen in solche Situationen kommen. Meist deuten sich Wetterumschwünge durch Zeichen an, die man richtig deuten muss.
Längere Zeit stand schon das Buch Gewittersegeln auf meiner Amazon Wunschliste. Ein Kaufrausch spülte es in mein Kontor.

 

 

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Interviewt durch Segelpodcast.com

Vor einiger Zeit fragte mich Monika Bubel von Segelpodcast.com, ob ich nicht Zeit und Lust hätte ihr ein Interview zu geben.
Prinzipiell mache ich sowas gerne. Allerdings hatte ich erst kurze Zeit vorher den Glüxpiraten ein Podcast Interview gegeben. Was also tun?

Die Themen des Interviews waren anders als beim Gespräch mit den Glüxpiraten. Monika konnte mich damit vom Interview überzeugen. Im Fokus stand meine eigene Segelausbildung. Welche Segelscheine habe ich gemacht? In welcher Reihenfolge? Lieber in einer Segelschule lernen oder alleine? Was ist mir am Anfang schwer gefallen?

Das Podcastinterview hat mir (hoffentlich hörbar) viel Spaß gemacht.

Ihr könnt die Aufzeichnung (36 min) hier anhören:

Interview Marcus Hertel von Skipper-Marcus.de im Podcast

Zielgruppe Segler

Die verschiedenen Untergruppen der Segler

 

Heute hat mich die Frage interessiert, wer eigentlich die Segler sind. Was sind Gemeinsamkeiten, wie sieht es bei Alterstruktur und Geschlecht aus? Ich finde diese Fragestellungen sind nicht nur für Händler und Blogger interessant.

Die Zielgruppe „Segler“ in sich ist inhomogen. Es gibt eine große Anzahl Untergruppen, man könnte auch sagen Subkulturen. Diese grenzen sich gerne gegeneinander ab. Nennen könnte ich zum Beispiel die Regattasegler und auf der anderen Seite die Segler ohne jegliche Wettbewerbsambitionen. Eine weitere Differenzierung ergibt sich über die Bootsgröße. Jollensegler sind auf kleinen Booten ohne Kiel unterwegs. Bei Fahrtenseglern steht der Wettbewerb mit anderen Booten weniger im Vordergrund.  Die ARC Atlantic Rally for Cruisers beweist aber, dass es auch Fahrtensegler mit Regatta Ambitionen gibt.

Was Beruf, politische Ansichten etc. angeht, handelt es sich nach meiner Beobachtung um einen Querschnitt unserer Gesellschaft. Alles ist hier vertreten. Die verbreitetete Annahme, dass Segler nicht nur im Wasser sondern auch im Geld schwimmen, kann ich nicht bestätigen. Sowohl die Segler mit der gebrauchten Jolle im Wert als auch 400 € als auch die Besitzer des Carbonracers sind Teil der Zielgruppe Segler.

Wo kommen die meisten deutschsprachigen Segler her? Wie ist die Altersverteilung? Wie ist das Verhältnis Männer zu Frauen?
Öffentliche Statistiken dazu sind mir nicht bekannt. Um diese Fragen zu beantworten, habe ich deshalb auf die Statistiken meines Blogs zurückgegriffen. Die Seite hat im Schnitt etwa 10.000 Besucher im Monat, genug Daten für diese Erhebung ergibt. In der Statistik tauchen nur die Segler auf, die sowohl im Internet präsent sind, als auch meine Website besucht haben oder auf Facebook erreicht wurden. Die Daten sind deshalb alles andere als neutral, aber die Einzigen, die ich bieten kann.

 

Verteilung der Segler nach Ländern

 

Die deutschsprachigen Segler verteilen sich wie folgt auf die Länder:

Deutschland: 85,55 %
Österreich:  6,57 %
Schweiz: 5,16 %
Sonstige: 2,72 %

 

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Bavaria Cruiser 33 auf der Boot & Fun Berlin 2016

Einleitung Bavaria Yachts

 

Die Bavaria Yachtbau GmbH gehört zu den größten Herstellern von Segel- und Motorbooten Gebaut werden die Serienyachten im bayrischen Giebelstadt.
Besonders im Charterbereich ist der gefühlte Marktanteil der Bavarias hoch.
Auf der Hanseboot 2016 gab es leider keinen Stand von Bavaria. Zur Beach & Fun 2016 in Berlin stellte die bayrische Serienwerft hingegen aus. Der Stand war allerdings passend zur generellen Ausrichtung der Messe auf Motoryachten fokussiert. An Segelbooten gab es nur ein Modell, die Bavaria 33 Cruiser zu sehen. Statt vieler Fotos gibt es dieses Mal ein Video für den besseren Raumeindruck.

Ich selbst bin schon öfters auf Bavaria Segelbooten verschiedener Größen unterwegs gewesen. Bei meinem ersten Törn als Skipper hatten wir eine Bavaria 32. Die Modelle Bavaria 32, Bavaria 33 und Bavaria sind zueinander sehr ähnlich. Manche der Unterschiede erkennt man erst bei genauem Hinsehen. Normalerweise stehen die Zahlen hinter dem Modellnamen bei einem Boot für die Länge in Fuß. Das ist hier nur eine grobe Orientierung, da Bavaria mit einer höheren „Fußzahl“ neuere Modelle kennzeichnet.

Länge im Vergleich:

 Bavaria 32:  10,30 m
 Bavaria 33:  10,28 m
 Bavaria 32:   9,99 m

 

 

Cockpit der Bavaria 33

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Farbe und Spachtel für die Ixylon Schwerter

Zustand der Jollen Schwerter vor der Reparatur

Meine Ixylon Jolle hat links und rechts jeweils ein Seitenschwert. Bei den neueren Ixys sind diese Schwerter aus Kunststoff gefertigt, bei meinem Boot wurde noch Sperrholz verwendet.
Der Voreigner hatte die Schwerter mit einer blauen Farbe gestrichen, die noch in einem guten Zustand war. Allerdings hatten sich an den Kanten lange Risse gebildet. Außerdem waren die Ecken durch Grundberührungen beschädigt.

 

Die Schwerter sind nur kurze Zeit im Wasser, nach dem Segeln werden sie hoch wieder geklappt. Trotzdem bestand die Gefahr, dass durch die Beschädigungen Wasser eindringt und den Sperrholzverbund beschädigt. Es musste also irgendwas passieren!

Meine eigene handwerkliche Erfahrung ist noch ziemlich gering. In der Vergangenheit fehlte mir dazu die Motivation. Seitdem ich das Boot habe, hat sich das aber geändert und ich versuche diesen Rückstand jetzt aufzuholen.
Unterstützt hat mich bei diesem Projekt mein Vati.

 

 

 
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Was machen Segelboot und Crew auf einem Urlaubstörn in der Nacht?

Der Urlaubstörn

Stellt euch einen Segeltörn im Spätsommer im Mittelmeer vor. Das Segelboot zieht langsam durchs Wasser und hinterlässt zwei sich voneinander entfernende Wellenberge. Die Crew beschäftigt sich mit Büchern oder träumt in der Sonne. Der Skipper hingegen sucht verzweifelt nach Zuhörern für seine Abenteuergeschichten. Auch für das Erlernen neuer Knoten findet sich kaum Begeisterung. So oder so ähnlich sieht ein Urlaubstörn im Idealfall aus. Doch auch der schönste Urlaubstag ist irgendwann vorbei und die Dunkelheit bricht herein.
Aber was machen denn eigentlich Segelboot und Crew auf einem Urlaubstörn in der Nacht?
Diese Frage wird mir immer wieder gestellt. Öfters werde ich in diesem Zusammenhang mit interessanten, aber teils auch total absurden Thesen konfrontiert. Einige dieser Thesen möchte ich in diesem Artikel prüfen.

 

These 1:  Es wird die ganze Nacht durch gefahren?!

 

Um größere Distanzen zurückzulegen, muss auch die Nacht genutzt werden. Für den oben skizzierten klassischen Urlaubstörn ist es aber eher untypisch. Auf meinen bisherigen Törns bin ich viele Male bis spät in die Nacht gesegelt, aber niemals die ganze Nacht durch. Auch bei den meisten Ausbildungstörn war das der Fall.

Eine Nachtfahrt bedeutet für die gesamte Crew und insbesondere den Skipper mehr Stress. Im Cockpit müssen sich jederzeit aufmerksame Crewmitglieder aufhalten und Wache gehen. Damit Erholungsphasen gewährleistet sind, muss die Crew in Wachen (z.B. 2 oder 3h) eingeteilt werden. Auf dem Land würde man sagen „Schichten“. Jede dieser Wachen muss genug Kompetenz mitbringen um Gefahrensituationen zu erkennen und zu entschärfen. Zu diesen Gefahren zählen beispielsweise andere Schiffe, Wetterveränderungen, Hindernisse im Wasser oder technische Probleme am Schiff. Auf vielen Urlaubstörns ist der Skipper leider die einzige Person an Bord die dazu befähigt ist. Leider kann aber auch der Skipper nicht 24 h am Stück aufmerksam sein.

Bei mir persönlich steht bei einem Urlaubstörn stressfreie Erholung im Vordergrund. Und da passt 24 h Segeln für mich nicht rein.

 

 

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