Hanseboot 2016: Bestevaer 45ST

Einleitung

Auf der In-Water Hanseboot 2016 gab es die Bestevaer 45ST zu sehen. Schon von Außen steht dieses Segelboot in starkem Kontrast zu den meisten Yachten der Messe.
Optisch macht das Schiff auf mich gleich einen robusten Eindruck. Statt poliertem GfK, gibt es einen Rumpf aus Aluminium. Die Werft KM Yachtbuilders ist auf Aluminumyachten spezialisiert und baut (bis auf ein Modell) alle Schiffe aus diesem Material.
Das Boot ist nominiert für den Titel European Yacht of the Year 2017.

 

 

 

 

Das Vorschiff der Bestevaer 45ST

 

Auf dem Vorschiff ist wie bei einem Schiff dieser Größe üblich, viel Platz. Vorne gibt es einen sehr geräumigen Ankerkasten. Der Ankerkasten ist so tief, dass eine Leiter aus Metall hinabführt. Ein prima Ort um Fender, zusammengefaltete Dingies und andere Außrüstungsgegenstände sicher zu verstauen.

Statt normaler Klampen gibt es Aluminiumpoller, die direkt an den Rumpf geschweißt sind. Vorne gibt es einen Gennakerbaum.

 

 

 

 

Das Cockpit der Bestevaer 45ST

 

Gesteuert wird die Bestevaer  mit einer Pinne. Eine Radsteuerung ist alternativ auch erhältlich. Laut Standpersonal wählen die meisten Käufer aber die Pinne. Das finde ich erwähnenswert, da Pinnensteuerung bei Fahrtenbooten unüblich ist. Vor einiger Zeit las ich, dass Boote mit Pinnensteuerung schwerer auf dem Gebrauchtbootemarkt zu verkaufen sind. KM Yachtbuilders haben hier scheinbar eine komplett andere Zielgruppe.

 

Eine Besonderheit ist das Deckshaus neben dem Cockpit. Nur zwei Stufen trennen diesen sicheren Aufenthaltsbereich vom Cockpit. Im Deckhaus befinden sich zwei gegenüberliegende Bänke, die Maschinenkontrolle und das Funkgerät. Ich finde es praktisch einen einfach erreichbaren Aufenthaltsraum in der Nähe des Steuers zu haben. Die Wache muss nicht draußen im Kalten stehen, kann aber trotzdem regelmäßig nach dem Rechten schauen.
Durch große Scheiben hat man vom Deckshaus aus in alle Richtungen einen guten Ausblick. Der eigentliche Niedergang kommt erst nach dem Deckshaus.

 

 

 

 

 

Innebereich der Bestevaer 45ST

 

Die Inneneinrichtung ist modern gehalten und wirkt aufgrund der weißen Flächen sehr hell. Dabei wirken der Innenraum immer noch gemütlich. Die Bullaugen sind eine schöne Abwechslung und wirken sehr „schiffig“.
Stabile Handläufe an neuralgischen Punkten geben der Crew auch bei Seegang sicheren Halt.

Lieferbar ist die Bestevaer 45ST mit Festkiel und mit hydraulischem Schwenkkiel. Der Festkiel hat einen Tiefgang von 2,15 m. Mit aufgeholtem Schwenkkiel liegt der Tiefgang bei nur 1,40 m und man kann Trockenfallen. Allerdings wird dafür ein Aufpreis fällig und man hat wieder mehr Technik an Bord.

 

 

 

Fazit

 

Die Bestevaer 45ST ist ganz sicher kein Boot für Leute, die im Mittelmeer damit Badeurlaub machen und ab 3 Bft im Hafen bleiben. Dieses robuste Boot schreit regelrecht nach einer Langfahrt. Durch das Deckshaus erhöht sich insbesondere bei einer Fahrt in kalten Gewässern der Komfort für die Crew. Die Bestevaer ist für mich wie ein Geländewagen: Es gibt vielleicht schnellere und bestimmt auch elegantere Boote. Die Bestevaer aber ist sehr robust und unheimlich praktisch. Statt Yacht finde ich den Namen: „Schiff“ hier viel passender.

Erhältlich ist die Bestevaer 45ST mit Festkiel für 589.050 Euro brutto inkl. Segel (laut Yacht.de).

 

 

Links

KM Yachtbuilders

Yacht.de Bericht Bestevaer 45ST

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