Segel Buchrezension: Gewittersegeln

Einleitung Segeln an der Grenze

 

Starkwind und Gewitter zählen zu den  Grenzsituationen auf See. Wenn einen nur wenige Zentimeter Glasfaserverbund von der wütenden See trennen und links und rechts die Blitze einschlagen, kann auch ein Segler etwas nervös werden.
Ich selbst habe solche Situationen auf einem Kielboot noch nicht erlebt. Allerdings bin ich letztes Jahr mit meiner Jolle von einem Unwetter überrascht worden. In den Gewitterböen konnte ich das Boot nur mit Mühe vor dem Kentern bewahren.

Mehrere Bücher zum Thema Schwerwettersegeln habe ich bereits gelesen. Auch als Typ Urlaubstörn Segler kann man unvorhergesehen in solche Situationen kommen. Meist deuten sich Wetterumschwünge durch Zeichen an, die man richtig deuten muss.
Längere Zeit stand schon das Buch Gewittersegeln auf meiner Amazon Wunschliste. Ein Kaufrausch spülte es in mein Kontor.

 

 

Das Buch Gewittersegeln

 

Das Buch besteht aus einer Sammlung kurzer Berichte. Die Erzählungen drehen sich um Gewittererfahrungen, Windhosen, Mann über Bord, Wassereinbruch und andere unerfreuliche Vorkommnisse. Jede dieser Geschichten stammt von einem anderen Segler/Autor. Der Herausgeber hatte die erzählenden Segler über soziale Medien gefunden. Der Herausgeber selbst kommt nur in kurzen Passagen zwischen den Geschichten zu Wort. Darin gibt er zum Beispiel allgemeine Hinweise und Regeln zum Verhalten vor einem Gewitter.
Mich hat das Buch beim Lesen sehr gefesselt und ich hatte große Probleme es wieder wegzulegen. Die Situationen sind sehr spannend und technisch gut geschrieben. Auch die Gefühle der Betroffenen kommen zur Sprache. Am Ende der Geschichte gibt es meist eine Seite mit einer Manöverkritik von seitens des Beteiligten. Vom Herausgeber sehr gut gemacht, dass er diesen Part nicht selbst übernommen hat. Die Autoren selbst haben sich bereits viele Gedanken zum Erlebten gemacht. Daraus konnte ich viel lernen.

Die „Helden“ in diesem Buch sind ganz normale Segler wie du und ich. Keine Profiregattacrew auf Weltrekordjagd also. Beispielsweise eine Familie die beim Urlaubstörn in Frankreich ankert und in der Nacht von einem Unwetter überrascht wird. Auch die Unwetter sind nicht „der stärkste je gemessene Sturm“, sondern (nicht abwertend gemeint) häufig vorkommende Gewitter. Diese gefühlte Nähe wurde noch durch den Fakt vergrößert, das mir als Mitglied der Facebook Gruppe Segeln die meisten der Erzähler bekannt sind.

 

 

Fazit

 

Das Buch lebt von den authentischen Berichten der Segler. Gewürzt werden diese mit der ein oder anderen leicht zu merkenden Wetterregel. Diese Mischung macht Gewittersegeln zu einem spannenden und lehrreichen Buch. Wenn ihr detailliertes Wissen zu Wetter  und Verhalten von Schiffen in Grenzsituationen sucht, solltet ihr besser zu einem anderen Buch greifen.
Ich empfehle das Buch.

 

 

Zum Buch

 

 

 

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