Sturm Herwart am Cospudener See in Leipzig

Der Sturm hat letzte Woche auch meinen Heimathafen Pier1 am Cospudener See in Leipzig/Markleeberg schwer getroffen.
Gegen Wind aus Westen hat der Hafen leider keinerlei Schutz gegen Wellen. Mehrere Boote wurden im Sturm beschädigt, ein Segelboot hat sogar den Mast verloren.
Auch die Schwimmstege wurden in Mitleidenschaft gezogen. Die Fingerstege haben sich vom Hauptsteg losgerissen und sind teilweise 1 m abgedriftet.
Vor mehreren Jahren wurde bei einem ähnlichen Sturm die gesamte Steganlage am Cospudener See zerstört und musste neu aufgebaut werden. So schlimm war es dieses Mal zum Glück nicht.

Meine eigene Ixylon Jolle steht auch am Pier1 allerdings auf einem Landliegeplatz. Dort war aber alles in Ordnung. Anders als bei vergangenen Stürmen habe ich keine
umgefallenen Boote gesehen.

 

Videos

Video 1

Folgendes Video vom 29.10.2017 hat mir ein Segelfreund zur Verfügung gestellt.

 

 

 

 

Video 2

Dieses Video wurde etwas später am selben Tag aufgenommen. Der Wind hatte sich da schon wieder etwas beruhigt. Auch in diesem Video sieht man die zu großen Abstände zwischen Hauptsteg
und Fingerstegen.

 

 

Sunflower Jolle in Leipzig angesegelt

Die Sunflower Jolle

 

Seit mehreren Jahren schwärmt eine Segelfreundin schon von der „Sunflower“. Das ist eine kleine Segeljolle für 1-2 Personen aus den 70er Jahren. Ehrlich gesagt fiel es mir schwer die Faszination für dieses Boot zu teilen.
Letztes Wochenende stand besagte Freundin plötzlich mit einer gelben ABS Jolle am Cospudener See in Leipzig. Das Boot hatte sie gebraucht für nur 200€ inkl. neuem Großsegel erstanden.

 

 

 

 

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Laser Bahia Cup 10/2016

Regatta Segelschule Leipzig

Heute war für mich die wahrscheinlich letzte Regatta dieses Jahres.
Eingeladen hatte die Segelschule Seglermanfaktur. Beim letzten Bahia Cup hatte ich viel Spaß und war deshalb wieder dabei.
Es ging also mit Booten vom Typ Laser Bahia auf den Zwenkauer See.
Die Wetterbedingungen waren recht unangenehm. Laut Wetterbericht angesagt 5-8°C und viel Regen.
Wir haben uns entschieden trotzdem zu starten. Nach etwas Wartezeit hörte immerhin der Regen auf.
Angetreten waren 6 Bahia Crews.

Aufgrund des schwachen Windes wurde nur eine kurze Regattastrecke gesegelt.
Beim Start sind wir gut weggekommen und konnten über die erste Runde einen soliden 2. Platz halten.
In der zweiten Runde haben wir einiges an Zeit verloren und sind deshalb als 3. und Letzte Crew über die Ziellinie gefahren.
Allerdings war unser zeitlicher Abstand zum 2. nicht groß. Ich erinnere mich an Regattateilnahmen bei denen wir das Feld komplett aus den Augen verloren hatten.
Mich hat diese kleine Niederlage noch eine ganze Weile beschäftigt. Ich habe einfach nicht verstanden, wo mein Fehler passiert ist.
Eigentlich lief es ja wie gesagt gut. Mittlerweile weiß ich aber, dass das auf der Kreuz passiert ist. Der Kurs war ungünstig gewählt und wir sind deshalb extra Strecke gefahren.
Die Wintermonate sind doch ideal um nochmal etwas zu Regattataktik zu lesen!

Weitere Wettfahrten gab es für uns Wetterbedingt leider nicht. Wir mussten uns deshalb mit den Verlierern aus dem 2. Start die rote Laterne teilen :).

Trotz meines Neopren Anzugs wurde es uns während der Wartezeit auf die Teilnehmer des Finallaufs kalt. Nächstes Mal ziehe ich über den Neoprenanzug noch mein Ölzeug.
Nächstes Jahr wird alles besser!

 

 

Heute war die GoPro mit an Bord

 

 

Ein Neoprenanzug für die kalte Jahreszeit auf der Jolle

Schon längere Zeit trage ich mich mit dem Gedanken mir einen Neoprenanzug zuzulegen.
Das Wasser unserer umliegenden Seen hat mittlerweile schon eine unangenehm kalte Temperatur angenommen.
Da ich meine Zelte noch nicht abbrechen will, ist der Anzug nicht nur bequem, sondern auch ein wichtiger Sicherheitsaspekt:

 

Ein kalter See ist gefährlich


Zwei Segelfreunde von mir sind Anfang dieses Jahres bei kalten Wassertemperaturen auf einem Binnensee mit einer Jolle gekentert.
Das Boot ließ sich aufgrund vollgelaufener Auftriebstanks nicht mehr aufrichten. Die Beiden trugen keine Neoprenanzüge aber zum Glück Rettungswesten.
30min mussten Sie bis zur Rettung im kalten Wasser verbringen. Durch Messung im Krankenhaus wurde festgestellt, dass dadurch die Körpertemperatur schon deutlich abgesunken war. Glücklicherweise haben Sie sich wieder schnell davon erholt.
Diese Begebenheit hat auch mir noch Mal vor Augen geführt, wie schnell man auch auf einem kleinen See in lebensbedrohliche Situationen kommen kann.
Der Binnensee wirkt im Vergleich zum Meer ungefährlich. Man stirbt darin aber genauso gut!
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Mit Windstärke 4 über den Cospudener See

In den Seglerforen häufigen sich wieder die Bilder von Booten mit gelegten Masten.
Untertitelt mit „Es geht ins Winterlager“ oder „Absegeln“. Meistens reichlich mit weinenden Smilies (Sadies?) kommentiert.
Doch wir denken noch nicht ans Saisonende.

Die letzten Wochen hat uns das Wetter einige großartige Segeltage beschert.
Im Sommer hatten wir überwiegend Tage mit schwachem Wind.

Vor 2 Wochen hatte ich zusammen mit meinem Vorschoter eine sehr rasante Ausfahrt.
Wir sind das Boot oft mit viel Krängung gefahren und mehrmals dachte ich, dass wir die Ixylon umlegen.
Wie ein Wunder hat sie sich immer wieder brav zurückgedreht. Seit meiner ersten Kenterung ist die Angst vor dem Umkippen deutlich kleiner geworden.
Durch die starke Schräglage ist eine größere Menge Wasser ins Boot gekommen. Der Wasserstand lag danach bei 10 cm im Cockpit.
Die Ixylon hat aber eine clevere Einrichtung, die sich Lenzer nennt. Man kann es sich als eine Art Klappe vorstellen, die sich im Boden des Boots befindet.
Der Lenzer ist normalerweise mit einer Dichtung verschlossen und lässt sich im Bedarfsfall ausklappen. Da der Lenzers gegen die Fahrtrichtung öffnet, entsteht bei ausreichend Fahrtgeschwindigkeit ein Sog. Das Wasser wird regelrecht aus dem Boot gesaugt.
Das gesamte Wasser war nach 10 Minuten Segeln wieder komplett weg. Super!

 

 

Lenzer einer Ixylon Jolle

Lenzer einer Ixylon Jolle

 

 

Letzten Sonntag hatten wir laut Windfinder einen Wind von 14 Knoten, in Böen 18 Knoten. Auf dem ganzen See hatten die Wellen Schaum kämme, könnte also hinkommen.
Da wir auf der Santa Maria noch kein Trapez haben, wäre es mit voller Segelfläche zu heftig gewesen. Nur mit Großsegel und ohne Fock ging es deshalb aufs Wasser.
Auf der Rückfahrt mussten wir Kreuzen und hatten die Wellen dadurch schräg von vorne. Die Fahrt war dementsprechend nass, das Boot spritze das Wasser der Wellen weit ins Cockpit.
Ich brauche unbedingt eine Actioncam!

 

 

 

 

Um die Saison noch weiter auszuweiten, brauchen wir wohl bald Neoprenanzüge und Neoprenschuhe.
Ich werde berichten!

Neue Schranke an der Slipanlage am Cospudener See

Am Cospudener See wurde eine neue Schranke errichtet, die allerdings momentan noch nicht in Betrieb ist.
In Zukunft soll damit verhindert werden, dass Gäste ihre eigenen Boote kostenlos slippen.
Boot ein- und ausslippen kostet 5€ für Gäste am Pier1. Die Preisliste findet man auf der Website vom Pier 1.
Die Schranke lässt sich nur mit einem Transponder öffnen. Da ich mein Boot am Pier1 liegt, habe ich einen eigenen Transponder.
Warscheinlich haben in der Vergangenheit viele Gäste die Slipgebühr nicht bezahlt und das soll jetzt mit der neuen Schranke verhindert werden.
Ich hoffe inständig, dass ich nicht irgendwann abends mit dem Boot ankomme und die Schranke sich nicht mehr öffnen lässt. Dann wäre guter Rat teuer.

 

 

 

Laser Bahia Cup 08/2016: Das erste Mal mit Gennaker

Ausgangssituation

Am Samstag ging es zum Bahia Cup an den Zwenkauer See in der Nähe von Leipzig.
Die beiden letzten Samstage haben wir uns beim Regatta Training Teil 1 und Teil 2 auf das Event vorbereitet.
Insgesamt sind 14 Leute/ 7 Mannschaften angetreten. Gesegelt wurde auf den Laser Bahia Booten der Segelschule Seglermanufaktur. Da es nur 4 Boote gab erfolgte die Aufteilung in Gruppen.
Der Wind war eher schwach. Für uns schlechte Voraussetzungen, da wir die letzten beiden Wochenenden mit viel Wind trainiert hatten. Für wenig Wind fehlte uns die Erfahrung. Bei den Trainings konnten wir auch nicht den Gennaker benutzen.
Und mangels Erfahrung wollte ich nicht bei der Regatta das erste Mal überhaupt den Gennaker hochziehen. Wir haben uns deshalb gemeinsam entschieden das Vorwindsegel im Sack zu lassen und keine gefährlichen Experimente zu wagen. Natürlich waren unsere Chancen auf einen der vorderen Plätze damit schon mal weg.

 

 

Für alle die nicht wissen, was ein Gennaker ist

Dieses meist farbige Vorwindsegel hat eine sehr große Segelfläche und kann durch den Extraspeed sehr viel Spaß machen. Allerdings sind solche Segel nicht ganz ohne und können viele Probleme bereiten. Häufig verdrehen sich die Gennaker um die eigene Achse oder geraten bei der Bergung unter das Boot.
Der Gennaker hat noch einen Bruder, den Spinnaker. Den Unterschied sieht man sehr schön auf diesem Wikipedia Bild. Links sieht man einen Gennaker, rechts einen Spinnaker.
Das Vorwindsegel hat nach meiner Erfahrung oft die gleiche Fläche wie die anderen beiden Segel zusammen. Bei der Laser Bahia hat die Fock: 3,75 m² das Großsegel: 10 m² und der Gennaker stolze 14 m²!

 

 

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Regatta Training 2: Meine erste Kenterung

Panorama Zwenkauer See

 

Einleitung

Wie letzte Woche (Link) ging es wieder zur Segelschule Seglermanufaktur auf dem Zwenkauer See in der Nähe von Leipzig zum Regatta Training.
Das Wetter war ideal: Sonnenschein und Wind.
Wir fuhren zu zweit auf einem Boot vom Typ Laser Bahia.

 

 

Training

Es ging vor allem darum Regatta Starts zu üben. Ich denke wir haben das recht gut hinbekommen denn mit der Bootsbeherrschung klappte es deutlich besser.
Dieses Mal war ich vorbereitet auf die geringere Stabilität der Bahia und habe in den Böen entsprechend früher das Großsegel aufgemacht.

 

 

Kenterung

Ich segle seit 4 Jahren (auch viel mit Jollen) und bin bisher noch kein einziges Mal gekentert. So war das auch für dieses Mal geplant.
Für den Fälle hatte ich aber alle empfindlichen Sachen in der Station gelassen.
Mangels Fotos gibt es einige Skizzen wie sich der Vorfall wahrscheinlich zugetragen hat:

 

 

1.

Wir fuhren mit einem schönen Raumwind. Ich war am Steuer und machte es mir hinten (zu) bequem. Was soll auch schon passieren?!

 
Ausgangssituation Kenterung Jolle

 

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Regatta Training 1 auf dem Zwenkauer See in Leipzig

Einleitung

Die Segelschule Seglermanufaktur hat am Samstag am Zwenkauer See in der Nähe von Leipzig ein praktisches Regatta Training angeboten.
Das Regatta Training ist als Vorbereitung für den BAHIA-Cup am 20.08 gedacht.
Der Zwenkauer See befindet sich etwas weiter weg von Leipzig als mein Stammrevier, der Cospudener See. Da der See aber die doppelte Fläche bietet und der Bootsverkehr eher gering ist, lohnt die ca. 1 stündige Anfahrt mit dem Rad von Leipzig aus auf jeden Fall.

 

 

Training

Startzeit war am Samstag um 11 Uhr am Zwenkauer See.
Nach kurzer theoretischer Vorbesprechung ging es schon aufs Wasser. Außer mir war nur noch eine weitere Segelschülerin da und zur Ausbildung hatten wir 2 Segellehrer. Ein optimales Verhältnis um viel zu lernen.

Gesegelt wurde auf Jollen von Typ Laser Bahia. Für mich war das die erste Fahrt auf diesem Bootstyp und ich brauchte etwas Eingewöhnungszeit. Meine Santa Maria ist ja eine Ixylon und verhält sich deutlich anders. Im Vergleich kam mir die Bahia in der Steuerung direkter aber irgendwie fragiler vor. Der Wind war kräftig und zeitweise sind wir auch mit Reff im Groß gefahren. Bei einer Bö offne ich die Großschot auf meinem eigenen Boot erst, wenn wir schon sehr große Schräglage haben. Die Ixylon kann da extrem viel ab. Bei der Bahia muss man sofort aufmachen. Paarmal haben wir wegen meiner verzögerten Reaktion ordentlich Wasser ins Boot bekommen.
Wir haben uns länger mit dem Regattastart beschäftigt. Zum Beispiel die Startlinie abgesegelt und die bevorteilte Seite ermittelt.
Dabei sind wir in unterschiedlichen Crewkombinationen gegeneinander gesegelt und haben viel gelernt.

Seit 4 Jahren bin ich nichtmehr in einer Segelschule gewesen. Sehr hilfreich wenn man nach dieser langen Zeit wieder neuen Input bekommt. Einige Dinge schleifen sich so ein und funktionieren irgendwie, sind aber nicht optimal.
Die Segellehrer haben sich sehr viel Mühe mit uns gegeben und uns gleichzeitig nicht gerade geschont.
Heute ist Sonntag und verschiedene Arten von Schmerzen und Muskelkater bleiben mir als Erinnerung an das Training.Falls der nächste Termin wie geplant am Samstag stattfindet, bin ich auf jeden Fall wieder dabei.

Sehr niedriger Wasserstand am Cospudener See

Momentan (Juli 2016) ist der Wasserstand am Cospudener See in Leipzig ungewöhnlich niedrig.
Der Pegel hat in den letzten Wochen kontinuierlich immer weiter abgenommen.
Besonders deutlich wird das an der Slipanlage (der Ort an dem man die Boote ins Wasser fahren kann).
Seit 2012 segle ich am Cossi in Leipzig, einen so niedrigen Wasserstand habe ich bisher aber noch nicht erlebt.

 

Aktuelle Fotos

 

 

 

Alte Fotos

In meiner Bilddatenbank habe ich ein Foto aus dem Jahr 2012 von der selben Stelle gefunden.
Damals war der Steg sogar etwas überflutet. Zwischen Juli 2016 und liegen locker ein halber Meter Wasser!

 

Auswirkungen

Man muss jetzt bereits sehr tief mit dem Boot an der Sliprampe ins Wasser fahren. Sollte der Wasserstand noch weiter absinken, dann reicht die Länge des Stegs nichtmehr.
Wir sind heute im südlichen Bereich vom See (ehemaliges Vogelschutzgebiet) gesegelt. Trotzdem wir noch sehr weit vom Ufer entfernt waren, hatten wir mit den Schwertern eine Kontakt mit dem Grund :-O. Meine Santa Maria ist eine Ixylon Jolle und hat einen geringen Tiefgang. Die Kielboote müssen da noch mehr aufpassen.

Früher gab es im Cospudener See einmal eine richtige Insel. Davon ist aktuell nur noch der Inselbriefkasten über Wasser.
Rings um den Briefkasten ist das Wasser sehr flach. Ich denke stellenweise nur 20cm. Diese Bereiche werden sicher bald wieder als Insel trocken fallen.

 

Ursache

Die letzten Wochen in Leipzig waren nicht soo heiß und trocken, um diesen Wasserverlust großen zu erklären.
Ich schätze, dass der Wasserstand künstlich angepasst wird. Das ist über den Abfluss am Norstrand möglich.Vielleicht hat es auch mit dem Bau der Schleuse zum Zwenkauer See zu tun (der aber stark verzögert ist).

Cospudener See: Bergung einer Jolle mit Wasser im Rumpf

Letzten Sonntag waren wir wie so oft auf dem Cospudener See in Leipzig segeln.
Da einige Gewitterwolken bedrohlich über den Himmel zogen, gab es kräftigen Wind mit Böen.
Ein Stück vom Hafen entfernt haben wir ein merkwürdiges Fahrzeug auf/im Wasser gesehen. Meine Mitseglerin hielt es erst für ein Surfbrett. Mich hat daran irritiert, dass es einen normalen Mast und Rollfock hatte. Aber es war halt extrem flach! Als wir näher kamen sah man dann, dass es sich um eine Jolle handelte die sehr tief im Wasser lag. Nur noch etwa 20cm schauten raus. Ich habe zwar immer einen Eimer an Bord, aber der war in dieser Situation wirklich nicht hilfreich. Wie sich später herausstellte, war das Wasser in der Plicht nicht das Problem, sondern das Wasser im Rumpf selbst. Also zwischen Außen- und Innenseite. Eine andere Jolle war bereits dabei abzuschleppen. Leider schlug der Versuch fehl, da die havarierte Jolle durch die Wassermassen im Bauch kenterte. Wir blieben in der Nähe vom Havaristen, konnten aber leider nicht eingreifen. Glücklicherweise kam zufällig das von mir gerne als „Partyfloß“ bezeichnete Fahrzeug vorbei. Es hat einen Benzin-Außenborder und hat damit das halb gesunkene Boot in den Hafen geschleppt.Jetzt begann die nächste Herausforderung: nämlich das Boot aus dem Wasser zu bekommen. Schätzungsweise befanden sich im Boot über 1.000 Liter Wasser.  Als freundliche Segler haben wir sofort unsere Hilfe angeboten. Zuerst haben wir mit 5 Leuten das Boot auf den Slipwagen gebracht. Anschließend vorsichtig etwas auf der Rampe hoch gefahren, damit das Wasser rauslaufen kann. Die Ablauföffnung unter dem Ruderblatt hatte nur einen Durchmesser von ca. 1cm. Es dauerte also…
Von einem auf den anderen Moment ließ das Booot sich nicht mehr weiter bewegen. Das lag an den Reifen, die direkt am Bootsrumpf auflagen und regelrechte Beulen drückten (die aber zum Glück nicht dauerhaft waren). Erst später stellten wir fest, dass der Slipwagen sich unter dem Gewicht total verbogen hatte. Ist ja auch logisch bei einem solchen Gewicht. Sehr improvisiert konnte der Slipwagen für den nächsten Versuch wieder gerichtet werden.

 

Um die Sache etwas abzukürzen

Die Bergungscrew (der Eigner, meine Mitseglerin Luise und ich) haben über 2 Stunden gebraucht bis das Boot wieder am Landliegeplatz stand. Das lag zum großen Teil am sehr langsamen Abfluss. Der Bootsbesitzer hat uns anschließend noch eine Getränk ausgegeben und war denk ich auch erleichtert als wir endlich fertig waren.

 

Was habe ich gelernt?

Ursache der Havarie war vermutlich der Stopfen am Heckspiegel über den wir auch das Wasser rauslassen haben. Scheinbar ist der undicht geworden und hat den Rumpf langsam gefüllt. Bei meinem eigenen Boot habe ich die seitlichen Auftriebskörper mit alten Plastikflaschen gefüllt. Wenn Wasser in den Tank eindringt, bleibt trotzdem noch genug Luft für den Auftrieb. Wenn ich wieder in eine solche Situation kommen sollte, würde ich das rausfahren auf der Sliprampe langsamer angehen um Überlastung des Wagens zu vermeiden.

Ansegeln Cospudener See 2016 – Meine erste Regatta

Heute fand am Cospudener See in Leipzig das traditionelle Ansegeln statt.
Es gibt in diesem Rahmen eine kleine Freizeitregatta. Diese ist unterteilt in Katamarane, Jollen und Kielboote.
Bisher bin ich noch nie bei einer Regatta mitgesegelt.Deshalb war etwas Aufregung da.Auf meinem eigenen Boot bin ich jetzt bereits 1 Jahr unterwegs und ich fand es an der Zeit für einen Versuch. Als Vorschoterin konnte ich Luise engagieren, die bereits häufiger mit mir unterwegs war.

 

Vorbereitung

Das Boot haben wir ins Wasser gelassen und haben uns etwas warm gesegelt. Der Wind war wie es ein anderer Segler ausdrückte anfangs von „wenig bis garnicht“.Bei der anschließenden Crew Besprechung gab es nicht nur Informationen zum Regattakurs sondern auch einen Schnaps.
Der Kurs war ein Dreieckskurs der zweimal durchfahren werden muss. Als Eckpunkte des Dreiecks dienten die festen Bojen, die immer auf dem See sind.
Also die: „Cospuden Tonne“, „Tonne am Gymnasium“ und „Nordstrandtonne“. Die genaue Position der letzteren Beiden war mir nicht exakt bekannt, was sich später noch als negativ rausstellen sollte.

 

Es geht los

Die gedachte Startlinie war zwischen der Cospuden Tonne und einem Motorboot. Mein Plan war es sich nicht vorne an der Startlinie zu drängen sondern von hinten mit Speed anzukommen. Außerdem wollte ich mich etwas im Hintergrund halten. Man will ja bei seiner ersten Regatta nicht durch peinliche Regelübertretungen auffallen.
Nach dem Startschuss gab es dann gleich Zusammenstöße zwischen mehreren Booten. Dadurch wurde das ganze Feld verlangsamt und wir sind auf der linken Seite recht gut weggekommen. Allerdings bin ich links geblieben wodurch wir viel Zeit verloren haben. Um an der Tonne vorbeizukommen, mussten wir diesen Weg dann wieder nach rechts fahren. Das lag daran, dass ich die Tonne weiter in der Mitte vermutet habe. Die anderen Boote sind relativ schnell außer Sichtweite gekommen. Nur ein Boot aus unserem Start war noch da, mit dem wir uns die nächste Stunde einen harten Kampf um den letzten Platz geliefert. Da die Kielboote 5 min nach uns gestartet sind, fühlten wir uns trotzdem nie alleine auf dem Wasser. Unsere Versuche den vorletzten Platz zu erkämpfen waren leider nicht erfolgreich. Damit sind wir als letzte Jolle durchs Ziel gegangen :).
Am Nachmittag gab es dann noch die Siegerehrung mit Bier und Grill.

 

Fazit

Wie erwartet gewinnt man seine erste Regatta nicht gleich. Ich habe viel gelernt indem ich auch die anderen Boote beobachtet habe.
Das nächste Mal sind mir die Abläufe klarer und ich weiß jetzt wo sich die Tonnen befinden. Den Regattakurs werde ich in den nächsten Wochen zum Training immermal absegeln.