{"id":1628,"date":"2016-12-27T20:47:00","date_gmt":"2016-12-27T19:47:00","guid":{"rendered":"http:\/\/leipzig-segeln.de\/?p=1628"},"modified":"2021-02-23T13:21:08","modified_gmt":"2021-02-23T12:21:08","slug":"was-machen-segelboot-crew-urlaubstoern-nacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/skipper-marcus.de\/index.php\/2016\/12\/27\/was-machen-segelboot-crew-urlaubstoern-nacht\/","title":{"rendered":"Was machen Segelboot und Crew auf einem Urlaubst\u00f6rn in der Nacht?"},"content":{"rendered":"<h2>Der Urlaubst\u00f6rn<\/h2>\n<p>Stellt euch einen Segelt\u00f6rn im Sp\u00e4tsommer im Mittelmeer vor. Das Segelboot zieht langsam durchs Wasser und hinterl\u00e4sst zwei sich voneinander entfernende Wellenberge. Die Crew besch\u00e4ftigt sich mit B\u00fcchern oder tr\u00e4umt in der Sonne. Der Skipper hingegen sucht verzweifelt nach Zuh\u00f6rern f\u00fcr seine Abenteuergeschichten. Auch f\u00fcr das Erlernen neuer Knoten findet sich kaum Begeisterung. So oder so \u00e4hnlich sieht ein Urlaubst\u00f6rn im Idealfall aus. Doch auch der sch\u00f6nste Urlaubstag ist irgendwann vorbei und die Dunkelheit bricht herein.<br \/>\nAber was machen denn eigentlich Segelboot und Crew auf einem Urlaubst\u00f6rn in der Nacht?<br \/>\nDiese Frage wird mir immer wieder gestellt. \u00d6fters werde ich in diesem Zusammenhang mit interessanten, aber teils auch total absurden Thesen konfrontiert. Einige dieser Thesen m\u00f6chte ich in diesem Artikel pr\u00fcfen.<\/p>\n<h2><\/h2>\n<h2>These 1:\u00a0 Es wird die ganze Nacht durch gefahren?!<\/h2>\n<p>Um gr\u00f6\u00dfere Distanzen zur\u00fcckzulegen, muss auch die Nacht genutzt werden. F\u00fcr den oben skizzierten klassischen Urlaubst\u00f6rn ist es aber eher untypisch. Auf meinen bisherigen T\u00f6rns bin ich viele Male bis sp\u00e4t in die Nacht gesegelt, aber niemals die ganze Nacht durch. Auch bei den meisten Ausbildungst\u00f6rn war das der Fall.<\/p>\n<p>Eine Nachtfahrt bedeutet f\u00fcr die gesamte Crew und insbesondere den Skipper mehr Stress. Im Cockpit m\u00fcssen sich jederzeit aufmerksame Crewmitglieder aufhalten und Wache gehen. Damit Erholungsphasen gew\u00e4hrleistet sind, muss die Crew in Wachen (z.B. 2 oder 3h) eingeteilt werden. Auf dem Land w\u00fcrde man sagen &#8222;Schichten&#8220;. Jede dieser Wachen muss genug Kompetenz mitbringen um Gefahrensituationen zu erkennen und zu entsch\u00e4rfen. Zu diesen Gefahren z\u00e4hlen beispielsweise andere Schiffe, Wetterver\u00e4nderungen, Hindernisse im Wasser oder technische Probleme am Schiff. Auf vielen Urlaubst\u00f6rns ist der Skipper leider die einzige Person an Bord die dazu bef\u00e4higt ist. Leider kann aber auch der Skipper nicht 24 h am St\u00fcck aufmerksam sein.<\/p>\n<p>Bei mir pers\u00f6nlich steht bei einem Urlaubst\u00f6rn stressfreie Erholung im Vordergrund. Und da passt 24 h Segeln f\u00fcr mich nicht rein.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>These 1:\u00a0 Der Anker wird einfach herausgeworfen und h\u00e4lt dann oder?!<\/h2>\n<p>Leider ist es nicht ganz so einfach. Die Ankerkette oder Leine muss langsam abgelassen werden. Das Schiff befindet sich dabei in R\u00fcckw\u00e4rtsfahrt und legt Anker und Ankerkette in einer geraden Linie aus. Andernfalls liegt auf dem Grund ein gro\u00dfer Haufen aus Ankerkette. Bei Starkwind w\u00fcrde die Kette dann gespannt werden und der &#8222;Haufen&#8220; gibt pl\u00f6tzlich nach.<br \/>\nWichtig ist auch, dass der Ankergrund geeignet ist. Ganz schlecht sind Wasserpflanzen oder Fels. Gut klappt es auf Sand oder Kies.<\/p>\n<p>Ich empfehle dazu auch meinen Artikel: <a href=\"https:\/\/skipper-marcus.de\/index.php\/2016\/04\/25\/warum-kann-man-einen-anker-wieder-vom-meeresboden-hochziehen\/\">Warum kann man den Anker wieder vom Meeresgrund hochziehen?<\/a><br \/>\nBevor ich es vergesse noch als abschreckendes Beispiel: <a href=\"https:\/\/skipper-marcus.de\/index.php\/2016\/12\/23\/wie-mein-anker-verloren-ging\/\">Wie mein Anker verloren ging<\/a><\/p>\n<h2>These 2: Bei der Atlantik\u00fcberquerung wird drau\u00dfen auf dem Meer geankert?!<\/h2>\n<p>Freunde von mir hatten die Vermutung, dass ein Segelboot auf einer Atlantik\u00fcberquerung in der Nacht ankert.<br \/>\nEine normale Segelyacht hat etwa 50 m Ankerkette an Bord. Um sicher zu Ankern sollte man das 5 fache der Wassertiefe an Kettenl\u00e4nge ausbringen. Kettenl\u00e4nge = 5 * Wassertiefe<br \/>\nDemzufolge kann unsere Yacht nur bis 10 m Wassertiefe sicher ankern. Laut Wikipedia hat der Atlantische Ozean aber eine durchschnittliche Wassertiefe von 3.300 Metern. Da fehlt ein ganzes St\u00fcck!<\/p>\n<p>Davon abgesehen sollte immer in gesch\u00fctzten Gew\u00e4ssern geankert werden. Bei Wellengang wirken extrem hohe Belastung auf das Ankergeschirr. Des Weiteren kann dadurch der Anker aus dem Grund herausgebrochen werden.<\/p>\n<h2>These 3: Schlaft ihr eigentlich auch auf dem Boot?<\/h2>\n<p>Na klar und das sogar gerne. An Bord schlafen immer 2 Personen in einer Kabine. Im Normalfall gibt es ein Doppelbett, seltener ein Stockbett.<br \/>\nEine Pantry (kleine K\u00fcche) und ein WC gibt es auch. In warmen Gefilden wird auch gerne drau\u00dfen an Deck geschlafen.<\/p>\n<h2>Du hast die Frage nicht beantwortet, was macht denn nun die Crew auf einem Urlaubst\u00f6rn in der Nacht?<\/h2>\n<p>Das Boot liegt entweder fest im Hafen, vor Anker oder an einer Boje. Im Hafen erh\u00e4lt man Strom und Wasser und kann sich frei an Land bewegen. Daf\u00fcr wird dann eine Hafengeb\u00fchr f\u00e4llig.<br \/>\nJe nach Hafen kann es durch Publikumsverkehr etwas unruhig werden. Im Regelfall liegt man im Hafen gesch\u00fctzter als bei Anker\/Boje.<\/p>\n<p>Beim Anker hat man rings um sich Wasser. Das sieht sch\u00f6n aus und gibt mir das Gef\u00fchl von Unabh\u00e4ngigkeit und Freiheit. F\u00fcr den Landgang muss die Crew im Beiboot \u00fcbersetzen. Dieses Beiboot wird Dingy genannt und muss erst gewassert werden. Oft passt nicht die gesamte Crew in das Boot, so dass mehrere \u00dcberfahrten notwendig sind.<br \/>\nBei viel Wind kann es passieren, dass der Anker anderer Yachten slippt (auf dem Grund rutscht) und diese sich auf einen zu bewegen. Logischerweise kann genau das auch dem eigenen Anker wiederfahren.<br \/>\nEine Ankerwache sitzt bei solchen Bedingungen im Cockpit und h\u00e4lt Ausschau.<\/p>\n<p>An einer Boje liegen, ist recht \u00e4hnlich zum Ankern. Der Unterschied ist, dass feste Anker in Form von Betonbl\u00f6cken auf dem Grund installiert sind. Ein Stahlseil verbindet diesen Betonblock mit einer Boje. Bojenfelder sch\u00fctzen die nat\u00fcrlichen Seegraswiesen. Da sie kostenpflichtig sind, werden damit auch gerne die Yachties abgezockt.<\/p>\n<h2>These 3: Ankerwache bedeutet alle 3 h den Anker zu pr\u00fcfen<\/h2>\n<p>Letztes Jahr in Griechenland war ich nicht zufrieden mit dem Halt des Ankers und entschied mich f\u00fcr die Einrichtung einer Ankerwache. Meine Aussage war:&#8220;Wir machen die erste Ankerwache f\u00fcr 3 h.&#8220;<br \/>\nEin Freundin und Mitseglern hat das so interpretiert, dass aller 3 h jemand an Bord geht und schaut, ob alles in Ordnung ist.<br \/>\nGemeint war aber, dass die Ankerwache st\u00e4ndig da ist und nach 3 h die Abl\u00f6sung kommt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Urlaubst\u00f6rn Stellt euch einen Segelt\u00f6rn im Sp\u00e4tsommer im Mittelmeer vor. 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