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Segeln auf dem Geiseltalsee

28. Januar 2026

Vorwort

m Winter 2024/2025 kontaktierte mich David, der Neueigner einer Neptun 22 Backdecker aus meiner Region Sachsen/Sachsen-Anhalt. Als noch relativ unerfahrener Segler bat er mich um Unterricht und Tipps für sein Boot.
Wir verabredeten uns deshalb auf meinem Boot am Störmthaler See und übten verschiedene Manöver wie Wende, Halse und Anlegen. Ich habe es als sehr schönen Tag in Erinnerung.

Schließlich rückte Davids Krantermin am Geiseltalsee näher und abermals bat er mich um Unterstützung. Da der Trainingstag mit ihm so viel Spaß gemacht hatte, sagte ich direkt zu. Ein Bonus war der Liegeplatz des Bootes am Geiseltalsee.

Der Geiseltalsee war lange Zeit der größte künstliche See Deutschlands. Mittlerweile ist er durch den Cottbusser See (auch ein Ziel!) auf Platz 2 abgerutscht. Ich war schon mehrere Male mit Familienausflügen am See. Mangels lokaler Segelkontakte kam ich allerdings nie aufs Wasser. Also träumte ich bei jedem Besuch davon, hier mal zu segeln. Dass sich nun die Chance ergab, diesen Traum wahr werden zu lassen, war eine tolle Win-Win-Situation für mich.

Ein Segeltag am Geiseltalsee

Die Anfahrt zum See dauerte von Leipzig aus eine knappe Stunde. Mit der A38 ist man ziemlich schnell in der Nähe. Die letzten Kilometer muss man sich aber über kleine Landstraßen quälen, und zu meinem Pech gab es auch noch eine Baustelle.

Boot Aufbau

Unsere kleine Aufbaucrew bestand nicht nur aus David und mir, sondern auch aus einem weiteren Freund. Die Chemie stimmte auf Anhieb, und einige Sprüche später ging es auch schon los mit dem Aufbau.

Als Herausforderung stellte sich heraus, das passende Material erst einmal im Boot zu finden und am richtigen Bestimmungsort zu montieren. Der Eigner hatte das Boot im abgebauten Zustand übernommen. Klar, meine Neptun 22 ist sehr ähnlich, aber es gibt dann doch immer wieder irgendwelche Modifikationen und Besonderheiten. Oben am Oberwant fiel mir zum Beispiel negativ eine merkwürdige Rolle auf, die ich direkt demontierte. Keep it simple!

Der Mast war dank unserer Dreiercrew und der Talje auch recht schnell gestellt. Es schien auch alles zu passen: keine überkreuzten Wanten oder verdrehten Spanner. Alles war gut. Bis ich anfing, mir Gedanken über die Dirk zu machen. Wo ist das verdammte Ding nur? Alles abgesucht: keine Dirk! Zähneknirschend wurden die Wanten wieder abmontiert und der Mast erneut gelegt.

Jetzt wusste ich also, wofür die mysteriöse Rolle am Oberwant da ist. Also das gute Stück wieder angebaut. Aber wo ist die eigentliche Dirk? Wir suchten intensiv das ganze Boot ab. Auch auf 22 Fuß gibt es einige Versteckmöglichkeiten. Die Dirk blieb allerdings verschwunden, und ein alternatives Seil mit der entsprechenden Länge war nicht vorhanden. Um erst einmal weitermachen zu können, verknotete ich zwei Seile zu einer Behelfsdirk. Später kann diese einfach, ohne Mastlegen, mithilfe einer Hilfsleine gegen eine richtige Dirk getauscht werden. Dazu muss man an dem Ende ziehen, bei dem der Knoten nicht oben an der Rolle blockiert.

Unser dritter Mann musste uns leider wegen privater Termine verlassen. Als wir den Mast temporär gesichert hatten, lud mich der Eigner zum Mittagessen im nahegelegenen Bistro ein. So ein Bootsaufbau macht hungrig, man muss nicht nur körperlich, sondern auch geistig arbeiten.


Hafen Mücheln



Danach trimmten wir das Rigg. Leider zeigte sich dabei, dass bei mehreren Spannern die Gewinde beschädigt waren und sich nur bis zu einem gewissen Punkt drehen ließen. „Würde ich im Winter mal tauschen“, war mein Rat.

Danach schlugen wir die beiden Segel an. Für mich ist dieser Moment immer ein wichtiger Meilenstein beim Bootsaufbau. Auch wenn vielleicht an und unter Deck noch Chaos herrscht: Plötzlich sieht es schon wie ein richtiges Segelboot aus!

Der Trimm und die Segel hatten wieder mehrere Stunden Zeit in Anspruch genommen. Deshalb gönnten auch wir uns noch eine Stärkung im nahegelegenen Hafencafé.


Raus aufs Wasser

Nach den vielen Stunden Arbeit hatten wir uns eine Ausfahrt definitiv verdient. Ich nahm erst einmal Platz an der Pinne. Da ich von meinem Boot den 6-PS-Außenborder gewohnt bin, war der Torqeedo-Elektromotor leistungsmäßig schon eine Umstellung. Man muss viel länger warten, bis etwas passiert.
Aber wir kamen gut aus dem Hafen und setzten bei der ersten Gelegenheit die Segel. Eigner David übernahm die Pinne seiner Neptun und strahlte über beide Ohren. Und ich freute mich mit. Es steckt ja so viel Arbeit und Geld in so einem Bootsprojekt, und wenn man dann das erste Mal erlebt, dass es segelt, ist das Gefühl unglaublich.

Wir kreuzten von unserem Starthafen Mücheln im Südwesten des Geiseltalsees weiter nach Osten. Ich staunte über die große Seefläche, von der die nördliche Hälfte leider für die Schifffahrt gesperrt ist.
An Schiffen gab es einige Segelboote, Hausboote und vereinzelte Motorboote.

Als wir den Hafen in Braunsbedra erreichten, übernahm ich die Pinne und wir segelten dicht an der Seebrücke entlang. Das war ein toller Anblick – sicher nicht nur vom Wasser aus, sondern auch für die Besucher auf der Seebrücke.

Wir machten uns wieder auf den Rückweg, da noch etwa vier Kilometer Luftlinie bis zum Ausgangshafen zu segeln waren. Etwas aufpassen musste man auf die vielen Hausboote. Bei manchen Konstruktionen war gar nicht ohne Weiteres zu erkennen, wo der Bug und wo das Heck ist. „Kommt der auf uns zu oder fährt der weg? Ach nee, der treibt nur.“

Angelegt bin ich selbst. Es gab aber definitiv keine Schönheitsnote. Anderes Boot, anderer Motor, anderer Liegeplatz – da muss man sich immer erst etwas dran gewöhnen.

Braunsbedra


Fazit

Der Tag war anstrengend, aber extrem lohnend. Er enthielt viele Dinge, die mir Spaß machen: an Booten arbeiten, segeln, mein Wissen weitergeben.
Auch war es total schön, David bei der ersten Ausfahrt mit seinem Boot begleiten zu dürfen und seine Freude zu spüren.

In Nachrichten und Bildern hat mir der Eigner von seinen ersten Ausfahrten mit der Familie berichtet. Da bin ich als sein Segelmentor immer sehr stolz und freue mich mit.

Sicherlich nicht mein letzter Segelausflug auf dem Geiseltalsee!

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Marcus

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